Deutsch-Polnische Grenzgänger

Beobachtungen von drüben!

Polnisch lernen in Krakau

Sonntag, 20. Februar 2011 von Markus

Wer polnisch lernen möchte, ist in Krakau gut aufgehoben. Nirgendwo in Polen gibt es auf engerem Raum mehr Sprachschulen. Die Stadt und ihr Umland tun ihr übriges, damit man sich hier wohlfühlt. Vor zwei Jahren machte ich bei der Varia Sprachschule einen Sprachkurs und war sehr zufrieden damit. Nicht nur sind die Preise günstig und die Qualität des Sprachkurses sehr gut, auch die sehr persönliche Betreuung und die Programmgestaltung neben dem Sprachkurs haben dafür gesorgt, dass ich mich sehr wohl fühlte und meine Polnisch-Kenntnisse verbesserte. Auf Wunsch kann man statt eines Kleingruppenkurses auch individuellen Einzelunterricht buchen. Abends zeigten uns Kasia und Aneta, die beiden Leiterinnen der Sprachschule, Krakaus Nachtleben und seine schönsten Kneipen. Mit vielen weiteren Ideen sorgten die beiden dafür, dass es nie langweilig wurde. Man wohnt übrigens privat bei Familien zuhause und ist damit gezwungen, seine gelernten Polnisch-Vokabeln hin und wieder auch anzuwenden. Ich erinnere mich sehr gerne daran, bedauere, dass ich letztes Sommer keinen Sprachkurs dort machen konnte und werde dieses Jahr wieder hinfahren.

Selbstbewertung und Vergleich

Mittwoch, 11. November 2009 von Markus

Nach der Lektüre Anias Artikels über die Feierlichkeiten zur deutschen Wiedervereinigung und ihren Vergleich mit Polen habe ich mir so einige Gedanken gemacht, die ich mich immer noch beschäftigen und die ich hier veröffentlichen möchte. Vielleicht kommt ein Kommentar oder schlimmer, eine Diskussion entsteht. :)

Natürlich sind die polnischen Bestrebungen 1989 für Polen gleichbedeutend wie der Fall der Mauer für Deutschland. Global gesehen mag es außerdem eine gewisse Gleichwertigkeit geben, aus der Perspektive einzelner Länder trifft das sicherlich nicht zu. Hier wird stärker gewichtet, was für das jeweilige Land von größerer Beduetung ist. Dass in den internationalen Medien die polnischen und deutschen Ereignisse 1989 nicht gleichermaßen gewürdigt werden, liegt an verschiedenen Gründen:

Deutschland JA, Polen NEIN

Dienstag, 10. November 2009 von Markus

Ein guter Artikel zur Befindlichkeit Polens und die Wahrnehmung des deutschen Mauerfalls bietet Anna Brakoniecka in ihrem Artikel “Deutschland JA, Polen NEIN – An polnische Politiker, Medien, Bürger” auf www.scholar-online.eu. Ein gutes Fallbeispiel wie die polnische Volksseele tickt und woran sie krankt.

Vielleicht ist es keine schlechte Idee, die Vorgänge und Ereignisse in Polen 1989 unter die Lupe zu nehmen und genauer zu betrachten. Denn was wissen wir in Deutschland eigentlich von Polen aus dem Jahr, in dem Deutschland selbst umwälzende Ereignisse erlebte? Schließlich wurde Polen das erste Land, das die Wende schaffte – weg vom Sozialismus, hin zu Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung. Erfolgreich und friedlich am Runden Tisch in Verhandlungen zwischen Regime und Solidarnosc-Vertretern. Damit wirkte es inspirierend und ermutigend auf die deutschen Nachbarn in der DDR.

Erlebnis- und Freizeitbäder

Sonntag, 04. Oktober 2009 von Markus

Erlebnisbäder gibt es in Deutschland sehr viele, in Polen ist die Dichte nicht ganz so hoch. Große Spaßbäder gibt es in den meisten Großstädten, viele kleinere über das ganze Land verteilt. Das größte in Polen befindet sich dabei in Lodz – der Fala-Wasserpark. Unter “Park Wodny” oder “Aqua Park” – beides bedeutet Wasserpark auf deutsch – firmieren wie unter “Erlebnisbad” Bäder verschiedener Größenordnung und Ausprägung. Laut einer Übersicht im Internet gibt es in Polen 112 Wasserparks. Achtzehn von ihnen verfügen demnach über Wasserrutschen mit über 100m Länge. Die Statistik, wieviele über keinerlei Rutschen verfügen, fehlt leider und könnte helfen, die reinen Erholungs- und Kurbäder von den Spaß- und Erlebnisbädern zu trennen.

Ostseestrände

Samstag, 03. Oktober 2009 von Markus

Die polnische Ostseeküste erstreckt sich über knapp 500 km grob vom Ostteil der Insel Usedom mit der Kleinstadt Swinoujscie (dt: Swinemünde) im Westen bis zum Frischen Haff mit Elblag (dt: Elbing) und Frombork (dt: Frauenburg) im Osten, angrenzend an das Kaliningrader Gebiet. Nahezu die gesamte Ostseeküste ist touristisch ausgebaut mit Hotels, Pensionen, Ferienhäusern und Zeltplätzen sowie Kneipen, Restaurants, Kiosken etc.. Die vielen Bade-, Kur- und Küstenorte haben eine lange Geschichte, welche schon in der Kaiserzeit weithin bekannt und beliebt waren bei Urlaubern. Die Küstenlinie selbst umfasst lange Sandstrände und felsige Steilküsten.

Institut für Nationales Gedenken

Mittwoch, 30. September 2009 von Markus

Das “Instytut Pamieci Narodowej” (IPN), zu deutsch “Institut für Nationales Gedenken”, kümmert sich um die Aufarbeitung der polnischen Geschichte seit dem zweiten Weltkrieg. Man könnte sie mit der hiesigen Gauck-/Birthler-Behörde vergleichen, welche die Stasiakten aufarbeitet. Hauptsächlich archiviert und verwaltet Akten über den zweiten Weltkrieg, hier hauptsächlich Verbrechen, die deutsche und russische Besatzer verübten, sowie Dokumente aus der Zeit des Sozialismus. Da der Umgang mit der sozialistischen Zeit heute noch in Polen umstritten ist und viel Stoff für Diskussionen liefert, konzentriert sich die Behörde auf die Verbrechen im zweiten Weltkrieg.

Der Drache von Wawel

Mittwoch, 16. September 2009 von Markus

Heute gibt es ein schönes Märchen, welches mir Freunde in Krakau erzählten. Eine von vielen Legenden, Märchen und Geschichten in dieser Stadt. Das Märchen mag etwas verkürzt wiedergegeben werden und wenn jemand weitere Details kennt, möge er sich bitte melden. Im großen und ganzen ist alles enthalten: Eine Prinzessin, ein junger Held und das glückliche Ende.

Vor vielen, vielen Jahren, als Krakau noch die Hauptstadt Polens war, lebten in der Wawel-Burg oberhalb der Weichsel der König Krak mit seiner Tochter Wanda. Alle Bürger von Krakau liebten ihren gutherzigen König und die liebevolle Wanda. Jahrelang lebten alle in Frieden und mehrten den Wohlstand ihrer Stadt, einer von ihnen war in der Familie des Schuhmachers der tüchtige und fleißige Lehrling Dratewka.

Polen holt EM-Titel

Montag, 14. September 2009 von Aga

Gestern wurde die polnische Männermannschaft im Europameisterschaftsfinale im Volleyball im türkischen Izmir zum ersten Mal Europameister, nachdem den Frauen dies bereits zweimal 2003 und 2005 gelang. Sie besiegten die Franzosen 3:1, die einzelnen Sätze endeten 29:27, 25:21, 16:25 und 26:24. Nach fünf EM-Silbermedaillen von 1975 bis 1983 nun die Goldmedaille. Im Laufe des Turniers gewann die polnische Mannschaft sämtliche Spiele und besiegte die Nationalmannschaften Frankreichs, Deutschlands, der Türkei, Spanien als auch Bulgarien. Seit nunmehr 19 Spielen in Folge ist sie damit ungeschlagen. Aktuell sind sie auch Vizeweltmeister nach Brasilien, gegen die sie vor drei Jahren verloren. 1974 waren sie schon einmal Weltmeister und 1976 Olympiasieger im Volleyball. Man darf gespannt sein, was im kommenden Jahr bei der Volleyball-WM in Italien passiert.

Katyn

Sonntag, 13. September 2009 von Markus

Auf der Berlinale bereits 2008 aufgeführt, soll kommende Woche der Film “Das Massaker von Katyn” in die deutschen Kinos kommen. Der vom Regisseur Andrzej Wajda gedrehte Film wurde bereits 2007 in Polen uraufgeführt und basiert auf dem Roman “Post mortem – The Katyn Story” von Andrzej Mularczyk. Die Filmmusik wurde von Krzysztof Penderecki. Beide Personen sind in Polen weithin bekannt, jenseits der Grenzen jedoch nur Eingeweihten. Das ändert sich in Zukunft vielleicht, da polnische Kulturschaffende viel zu bieten haben, das mehr Beachtung verdient hätte, so wie dieser Film.

Dojczland

Samstag, 12. September 2009 von Markus

Andrzej Stasiuk: Dojczland Was passiert, wenn ein polnischer Autor wie Andrzej Stasiuk durch Deutschland reist? Klar, er schaut aus dem Fenster, schreibt darüber ein Buch und nennt es “Dojczland”. Darin beschreibt er seine Beobachtungen an deutschen Bahnhöfen, spricht über deutsche Eigenarten in ironisch-heiterer Weise. Am besten gefiel mir folgendes Zitat: “Hier ist alles so gut organisiert, dass sogar die Kasachen den Bundestag am Laufen halten könnten.” Auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann, scheint uns die Welt als überdurchschnittlich gut organisiert wahrzunehmen. Seit der Lektüre des Büchleins weiß ich außerdem, dass “Niemcy” bei den Polen im übertragenen Sinne das “Land der Stummen” ist – “Niemi” bedeutet “die Stummen”.

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